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Digitalisierung: Chancen und Risiken aus Sicht eines Trailerherstellers

Gero Schulze Isfort, Geschäftsführer beim Trailerhersteller Krone, sieht enorme Herausforderungen, aber auch große Chancen auf die Logistik zukommen. Denen man auch mit einen E-Lastenrad begegnet.

Gero Schulze Isfort, Geschäftsführer bei Krone sieht in Niedrigemissionsfahrzeugen wie E-Cargobikes ebenso große Potenziale wie in der Power2Gas-Technologie. | Foto: T. Schweikl
Gero Schulze Isfort, Geschäftsführer bei Krone sieht in Niedrigemissionsfahrzeugen wie E-Cargobikes ebenso große Potenziale wie in der Power2Gas-Technologie. | Foto: T. Schweikl
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Tobias Schweikl

„Der demografische Wandel ist die tickende Zeitbombe der Industrie!“ Mit diesen drastischen Worten eröffnete Gero Schulze Isfort, Geschäftsführer der Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH seinen Vortrag über die „Digitalisierung im Kontext Globaler Trends – Perspektiven eines Trailer-Herstellers“. Laut Schulze Isfort ist aktuell eine Million Berufskraftfahrer älter als 45 Jahre. Und bereits jetzt fehlten 45.000 Fahrer. Diesen in Zukunft also noch drastisch zunehmenden Fahrermangel könne die Logistik nur durch die Chancen der Digitalisierung ausgleichen. Vor allem das autonome Fahren sieht der Trailer-Fachmann als hier als gute Möglichkeit.

Aber auch der CO2-Ausstoß im Verkehr könne durch die Digitalisierung verbessert werden. „Kommunizierende Ampelanlagen, Apps, die uns Handlungsanweisungen geben, die Möglichkeiten sind vielfältig“, so Schulze Isfort. Audi etwa gehe in China von etwa 15 Prozent an CO2 aus, dass durch einen flüssigen Verkehr eingespart werden könne.

Lösung für urbane Logistik: E-Cargobike, bald mit Brennstoffzelle

Die Lösung von Krone in diesem Zusammenhang: Elektrisch unterstützte Cargobikes, die 50 Prozent der leichten sowie 25 Prozent aller innerstädtischer Transportaufgaben übernehmen könnten, wie der Krone-Mann aus einer Studie des EU Cycle Logistics Project zitierte. Auch aus dieser Erwägung heraus habe man im Rahmen eines Joint Ventures in den vergangenen anderthalb Jahren mit großem Aufwand ein eigenes Lastenfahrrad inklusive einer zugehörigen City-Hub-Lösung in Form einer Wechselbrückenbox entwickelt. Das Bike namens RYTLE MovR ist bereits bei UPS im Praxiseinsatz. Für die IAA hat man die Studie eines MovR mit Brennstoffzellenmodul angekündigt, das zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde.

In diesem Zusammenhang auch interessant: Krone sieht offenbar auch datengetriebene Geschäftsmodelle in der Logistik als Chance. Für das eigene Lastenfahrrad hat man ein crowdbasiertes Blockchain-Transportsystem für Pakete entwickelt. „Wir haben das Uber der Paketlogistik“, warb Schulze Isfort weiter. Allerdings sieht er derzeit noch ein Problem in der flächendeckenden Mobilfunkabdeckung in Deutschland. „Wir reden über 5G. Aber eigentlich wären wir froh, flächendeckendes 3G zu haben.“

Mehr Effizienz: Ein Viertel der Trailer fährt leer

Um den vorhandenen Laderaum besser auszunutzen, stellt Krone zudem auf der IAA 2018 die zweite Generation seiner Laderaumerkennung „Smart Scan“ vor. Kameras im Innenraum des Aufliegers sollen dem Disponenten zeigen, wieviel Platz noch ist und ob sich etwa ein kleiner Umweg zum Aufnehmen weiterer Paletten lohnt. "25 Prozent der Anhänger fahren leer, ein Drittel bis die Hälfte nicht voll ausgenutzt", analysierte Schulze Isfort. Er plädierte generell für eine bessere Ressourceneffizienz, einen höheren Anteil regenerativer Energien an der Stromproduktion und warb dafür, das Wachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Man müsse den Übergang zur Kreislaufwirtschaft schaffen. Vor allem der "Power-to-Gas-Technologie" maß der Krone-Manager dabei große Bedeutung zu und verwies auf die Pilotanlage im heimischen Werlte, die dort vom Autohersteller Audi betrieben wird. (ts/jr)

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