Tourenplanung: rechtssicher und mit Mehrwert

Gesetzeskonforme Transportabwicklung schützt die Mitarbeiter sowie das Image und die Wettbewerbsfähigkeit der Frachtführer. Vor diesem Hintergrund hat Softwareanbieter Dako GmbH den Bereich Sozialverstoß-Auswertung in ihrem Fuhrparkmanagementsystem TachoWeb grundlegend überarbeitet und um zusätzliche Funktionen für mehr Transparenz bei Darstellung und Analyse erweitert. Im Gespräch mit Vision Transport erläutert Dako-Vertriebsleiter Christian Weiß die wichtigsten Neuerungen und ihre Vorteile für die Anwender.

Rainer Barck

Herr Weiß, was ist TachoWeb und welche Zielgruppe sehen Sie dafür?

Christian Weiß: TachoWeb ist eine webbasierte Plattform für Fuhrparkmanagement und Fahrzeuganalyse. Auf ihr decken Transportunternehmen ihre Dokumentations- und Analysevorgaben gesetzeskonform ab und automatisieren und digitalisieren die entsprechenden Kernprozesse. Als durchgängig vernetztes System unterstützt TachoWeb dabei den präzisen Informationsfluss zwischen Dispo, Fuhrparkmanager, Fahrer und Fahrzeug, und deckt die Anforderungen im Tagesgeschäft aller Transporteure mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen. Einen speziellen Branchenfokus haben wir dabei nicht.

Welches sind die grundlegenden Funktionalitäten von TachoWeb?

Unsere Plattform fokussiert sich auf drei wesentliche Anwendungsbereiche: „Compliance“ ist auf das Controlling und die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften ausgerichtet. Damit werden unter anderem Daten von Fahrerkarte und Tachograf sowie Lenk- und Ruhezeiten erfasst und analysiert. Das bietet – etwa mit der Transparenz über Restzeiten – eine belastbare Basis für die aktuelle und künftige Tourenplanung. Überdies wird die Einhaltung gesetzlich vorgegebener Termine überwacht und bei Bedarf rechtzeitig angestoßen. Dem Controlling steht darüber hinaus unter anderem eine ampelbasierte Risikoermittlung für die unternehmenseigenen Transportprozesse zur Verfügung.

Im Bereich „Telematics“ übernimmt TachoWeb insbesondere Trackingaufgaben, Tourenanalysen sowie Auftragsfahr- und Standzeitenerfassung. In Kombination mit „Auftragsmanagement und Tourenplanung“, dem dritten Anwendungsgebiet, werden Kommunikation, Navigation und Touren im operativen Betrieb optimiert. So können Toureninformationen direkt an die Fahrer weitergeleitet und von ihnen bestätigt oder in Echtzeit die Unterschriften von Empfängern übersendet werden. Erheben und Übertragen der Fahrzeug-, Fahrer- und Tourendaten erfolgt automatisiert. Die darauf basierende Datenanalyse ermöglicht die Optimierung von Folgeprozessen.

Welche funktionalen Neuerungen erweitern ihr aktuelles Angebot?

Das lässt sich nicht pauschalisiert benennen. Wir entwickeln kontinuierlich neue Funktionalitäten, die die aktuellen und künftigen gesetzlichen Vorgaben abdecken. Gegenwärtig stehen natürlich – Stichwort Lenk- und Ruhezeiten sowie Heimfahrten – die Abdeckung der Vorschriften nach dem Mobilitätspaket sowie die Sozialverstoß-Auswertung im Fokus. Dieses Segment umfasst den Ursprung von Dako, da liegen die Anfänge unserer Software-Lösung. Gleichwohl bereiten wir funktional bereits die Themen vor, die nach dem Mobilitätspaket in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen.

Welche Besonderheiten charakterisieren diesen Bereich aus Sicht eines Softwareanbieters?

Die sind sehr vielschichtig. Beispiel Lenk- und Ruhezeiten: Um den Kunden eine effiziente Lösung mit weitgehend automatisierten Funktionalitäten zu bieten, müssen zunächst einmal alle aktuell geltenden gesetzlichen Vorgaben und Verordnungen nach Arbeitszeitgesetz, Personalverordnung und EU-Recht erfasst und programmiert werden. Dies aber nicht allein für Deutschland, sondern international inklusive der länderspezifischen Auslegungen. Das bietet Fahrern und Disponenten eine belastbare Basis für die Organisation der Touren. Wir haben Kunden in allen Ländern der EU beziehungsweise Transporteure, die ihre Wagenladungen in alle EU-Länder und auch weit darüber hinaus fahren. Überall müssen rechtliche Auflagen erfüllt werden, damit die Transporte mit gesetzeskonformen Konditionen erfolgen und in den Gastländern auch dokumentiert werden können. Bedeutet folglich auch, dass das System in verschiedenen Sprachen genutzt werden kann beziehungsweise – etwa bei der Kommunikation mit einem fremdsprachlichen Fahrer – automatisch entsprechende Übersetzungen vornimmt. Über die Plattform TachoWeb wird in rund 20 Sprachen kommuniziert.

Haben Sie für das aktuelle Release grundlegend neue Analyseinstrumente entwickelt – und wenn ja, welche sind das?

Wir arbeiten mit einem monatlichen Releaseprozess, sodass Optimierungen und neue Funktionen kontinuierlich ins Produkt einfließen. Aktuell wurden etwa weitere Auswertungsmöglichkeiten und -optionen mit zusätzlichem Detailgrad entwickelt. Auch die länderspezifischen Vorgaben werden laufend aktualisiert und erweitert. Die Vorgaben für die ab dem kommenden Jahr geltenden weiteren Neuerungen aus dem Mobilitätspaket finden bereits im Vorfeld bei der Entwicklungsplanung Beachtung.

Welchen Nutzen erzielen Anwender durch TachoWeb?

Auch der tangiert mehrere unterschiedliche Ebenen. Grundsätzlich ermöglichen die drei Anwendungsbereiche die rechtskonforme Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zur Dokumentation, zu Nachweisen und Analysen. TachoWeb bietet aber auch den Unternehmen selbst nachhaltige Vorteile. Die Automatisierung der Erfassungs- und Ausleseprozesse unterstützt die digitale Transformation des Unternehmens und bietet deutliche Zeitersparnis, die nutzbringend in das Kerngeschäft einfließen kann. Die durch TachoWeb gewährleistete Rechtssicherheit und die umfangreichen Monitoringfunktionen unterstützen Dispo und Fahrer, sorgen für effiziente Transportabwicklung, ermöglichen gesetzeskonformes Auftreten und fördern das positive Unternehmensimage. Last but not least schonen Datenaustausch und Echtzeitanalysen den Geldbeutel und das Personal, und schützen vor Bußgeldern und Ausfallzeiten durch etwaigen Führerscheinverlust.

Das Interview führte Rainer Barck

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