Remondis testet eActros

Die zweite eActros-Testphase nimmt weiter Fahrt auf: Remondis setzt als Teil eines Gemeinschaftsprojekts mit dem Schwesterunternehmen Rhenus einen 25-Tonnen eActros in der Kölner Innenstadt ein – auch auf beschränkten Strecken mit Diesel-Fahrverboten.

Übernehmen den eActros der zweiten Testphase: (von links) Sascha Hähnke, Geschäftsführer Rhenus Transport; Stephan Krings, Geschäftsführer Remondis Rheinland. Heinz Uliczka, Verkaufsleiter Lkw West der Daimler Truck AG übergab die Schlüssel. Foto: Daimler
Übernehmen den eActros der zweiten Testphase: (von links) Sascha Hähnke, Geschäftsführer Rhenus Transport; Stephan Krings, Geschäftsführer Remondis Rheinland. Heinz Uliczka, Verkaufsleiter Lkw West der Daimler Truck AG übergab die Schlüssel. Foto: Daimler
Robert Domina

Ein weiterer batterieelektrischer Mercedes-Benz eActros geht in Köln bei Remondis in die Praxiserprobung. Das Recycling-Unternehmen setzt den 25-Tonner mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern in der Abfallwirtschaft für den sogenannten Mülltonnenservice ein – dem Transport von neuen, defekten oder reparierten Müllcontainern. Dabei soll der vollelektrische eActros auch Strecken befahren, die für konventionelle Lkw gesperrt sind. Die Batterien des eActros werden über Nacht auf dem Betriebshof von Remondis im Stadtteil Rodenkirchen aufgeladen. Remondis testet den eActros gemeinsam mit dem Schwester- und Logistikunternehmen Rhenus als Teil eines Gemeinschaftsprojekts zur Erprobung alternativer Antriebe.

Heinz Uliczka, Verkaufsleiter Lkw West der Daimler Truck AG:

„Mit einem hohen Stop-and-go-Anteil und gut planbaren Tagestouren ist der Anwendungsfall ideal für die Erprobung unseres batterieelektrischen eActros. Wir freuen uns auf den intensiven Kundentest des E-Lkw mit Remondis und Rhenus.“

Zahlreiche aus der ersten Phase gewonnene Erkenntnisse

Zu den zahlreichen bei den Praxistests der ersten Testphase gewonnenen Erkenntnissen zähle, dass die rund 200 Kilometer Reichweite des eActros sich als absolut realistisch erwiesen hätten – unabhängig von Zuladung, Streckenverlauf oder Topografie. Der eActros stehe im städtischen Verkehr, bei Autobahn- oder Überland­fahrten einem konventionellen Diesel-Lkw in Sachen Verfügbarkeit und Leistungserbringung in nichts nach. Das Kühlsystem für die Ladung aber auch die Klimaanlage – beide elektrisch betrieben – hätten sowohl bei extremer Hitze als auch bei winterlichen Verhältnissen ohne Einschränkungen funktioniert. Die Fahrer zeigten sich sehr angetan von der durchgängigen Verfügbarkeit des Drehmoments über den gesamten Geschwindigkeitsbereich hinweg. Zudem berichteten sie auch von der leisen Fahrweise und einem angenehmen, ruhigen Fahrgefühl. Hinzu komme, dass bei vorausschauender Fahrweise die Batterien durch Rekuperation wieder geladen würden. Die Anzahl normaler Bremsvorgänge habe sich dadurch beträchtlich verringert.

Der eActros basiert auf dem Rahmen des Mercedes-Benz Actros. Die Antriebs-Architektur des Fahrzeugs ist jedoch komplett auf den Elektroantrieb ausgerichtet:. Zwei 485-Nm-Elektromotoren nahe den Radnaben der Antriebsachse leisten zwei Mal jeweils 126 kW. Daraus ergeben sich nach der Übersetzung jeweils 11.000 Nm am Rad. Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 240 kWh liefern die Energie für den eActros. In Abhängigkeit der verfügbaren Ladeleistung lassen sich die Batterien innerhalb von zwei Stunden (bei 150 kW Ladeleistung) vollständig aufladen.

Printer Friendly, PDF & Email