Reifenwechsel in der Formel 1

Foto: Daimler
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Redaktion (allg.)

Zugegeben, der Vergleich ist nicht ganz korrekt. Aber wie lange brauchen die Autofahrer, um die Reifen an ihrem Auto zu wechseln? Stimmt: Sie verfügen auch nicht über das Millionen Euro teure Werkzeug wie die Formel-1-Teams und eine Crew von 23 Personen. Aber dieser Rekord ist trotzdem fast unvorstellbar: Die Red-Bull-Mechaniker wechselten während des Großbritannien-GP alle vier Reifen in 1,9 Sekunden. Wahnsinn.
Die Kollegen der Autobild haben ganz genau recherchiert. Nach ihren Angaben markierte das Jahr 2016 den ersten Höhepunkt der schnellen Boxenstopps: Williams stellte einen Rekord von Red Bull aus dem Jahr 2013 ein: 1,92 Sekunden für einen Reifenwechsel. Mercedes soll sogar nur 1,73 Sekunden gebraucht haben. Aber das war eine interne Messung, der offizielle Wert betrug 2,1 Sekunden. 2017 wurden die Reifen dicker, vorn um sechs, hinten um acht Zentimeter. Und damit wurden die Pneus auch schwerer: vorn um ein, hinten sogar um zwei Kilogramm. Das hob die Zeit für einen Reifenwechsel an.
Bis jetzt. 2019 markiert eine neue Ära der schnellen Boxenstopps. Williams fertigte Robert Kubica beim Frankreich-GP auch schon mit unter zwei Sekunden ab (1,97). Es gibt dafür auch einen Grund:
Die Luftdurchleitung durch die Felgen ist seit 2019 verboten. Damit haben die Felgen, vor allem aber auch die Radmuttern einen kleineren Durchmesser. Sie verkannten beim Aufsetzen nicht mehr so leicht. Das spart im Schnitt zwei bis drei Zehntelsekunden Zeit ein.
Und es gibt sogar Preise für die Mechaniker. Seit 2015 gibt es in der Formel 1 den „DHL Fastest Pit Stop Award“. In jedem Rennen werden für die zehn schnellsten Boxenstopps Punkte für die Rennställe vergeben. Beim letzten GP in Abu Dhabi erhält die schnellste Crew der Saison dann eine Trophäe. Vergangenes Jahr siegte Red Bull, 2017 Mercedes, 2016 Williams und 2015 Ferrari.

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