IT-TRANS: Die ganze Bandbreite digitaler Mobilitätslösungen

Von Bedarfsverkehren über Auslastungsprognose bis Mobile Commerce: IT-TRANS-Konferenz und -Fachmesse geben Neuentwicklungen eine weltweite Plattform.

Die IT-TRANS ist ein Branchentreffpunkt für multinationale Großkonzerne, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups. In Zeiten der Coronapandemie im Fokus: Apps und digitale Services für Fahrgäste. (Foto: KMK/Jürgen Rösner)
Die IT-TRANS ist ein Branchentreffpunkt für multinationale Großkonzerne, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups. In Zeiten der Coronapandemie im Fokus: Apps und digitale Services für Fahrgäste. (Foto: KMK/Jürgen Rösner)

Trends, Konzepte, Ideen und Visionen für eine neue Mobilität in sämtlichen Regionen der Welt werden vom 1. bis 3. Dezember 2020 auf der IT-TRANS in der Messe Karlsruhe präsentiert und diskutiert. Die Konferenz wurde um zwei Sessions erweitert, die sich explizit den Herausforderungen des öffentlichen Personenverkehrs während und nach der Covid-19-Pandemie widmen. Verkehrsbetriebe aus verschiedenen Kontinenten beschreiben in Fallstudien ihren Umgang mit der Pandemie und erläutern ergriffene Maßnahmen wie veränderte Zahlungsmethoden, Videoüberwachung, Überfüllungswarnsystemen und flexible Disposition. Beide Diskussionsrunden werden – wie auch zahlreiche der 35 weiteren Sessions – live gestreamt bzw. virtuell zur Verfügung stehen. Denn die gesamte Konferenz wird hybrid, d.h. sowohl vor Ort als auch virtuell, abgehalten. Die Fachmesse findet mit behördlich genehmigtem Sicherheits- und Hygienekonzept vor Ort in Karlsruhe statt. Rund 270 IT- und Mobilitätsanbieter stellen ihre smarten Lösungen für vernetzte urbane Mobilität vor.

Flexible Fahrpläne und Disposition

Die Pandemie verlangt nach größerer Flexibilität bei der Fahrplangestaltung. Bestehende Dienstpläne und Umläufe lassen sich mithilfe von Software sekundenschnell an kurzfristig geänderte Bedarfe anpassen, um beispielsweise Nachfrageschwankungen auszugleichen. Gleichzeitig ist Überfüllung ist im öffentlichen Raum momentan dringend zu vermeiden.

Deshalb bieten viele Verkehrsbetriebe trotz erheblicher Fahrgasteinbrüche ein fast 100-prozentiges Transportangebot.

Unser oberstes Ziel ist, dass unsere Fahrgäste auch in Zeiten von Corona mit einem sicheren Gefühl in Bus und Bahn einsteigen. (RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat) 

Die Prognose des Fahrgastaufkommens und damit die Vermeidung überfüllter Verkehrsmittel ist insbesondere für den Nahverkehr essentiell, schließlich kann er, anders als der Fernverkehr, nicht auf Reservierungsdaten zugreifen. 

Kamerabasierte Technologie und Buchungssysteme können helfen, Fahrgastströme sowie die Einhaltung der Maskenpflicht zu überwachen und für ein sicheres Reisegefühl zu sorgen. Die IT-TRANS-Aussteller haben sie im Portfolio. Daneben werden Tools zu sehen sein, die das Social Distancing an Haltestellen und Bahnhöfen unterstützen: Über Push-Benachrichtigungen und In-App-Popup-Fenster werden Fahrgäste über Echtzeitverzögerungen, Fahrtausfälle und -änderungen informiert und können so ihren Aufenthalt in belebten Umsteigezonen verkürzen. 

MaaS – verkehrsmittelübergreifende Reiseketten

Öffentliche Verkehrssysteme basieren überwiegend auf dem Einsatz großer Fahrzeuge mit festen Routen, Fahrplänen und Tarifen. Aaber Social Distancing, Home Office und schwindendes Vertrauen der Fahrgäste verschieben die Muster während der Pandemie. Damit zukünftige intermodale und bedarfsgesteuerte Mobilitätskonzepte ihr volles Potenzial entfalten können, ist insbesondere die Automatisierung und Vernetzung der Verkehrsträger notwendig. Viele Aussteller bringen daher smarte Software rund um das Konzept Mobility-as-Service (MaaS) mit zur IT-TRANS. Linien mit geringer Auslastung und hohen Betriebskosten werden zudem durch einen On-demand-Bedarfsverkehr ersetzen, in welchem Fahrten an lokale Taxen ausgelagert werden. Ergänzt wird das alles durch kontaktloses, mobiles Ticketing: Durch digitale Vertriebskanäle, beispielsweise kontaktloses Bezahlen, können Verkehrsunternehmen nicht nur die Sicherheit ihres Fahrpersonals und ihrer Fahrgäste erhöhen, sondern die Kosten für teures Bargeldhandling reduzieren und die Einsteigevorgänge beschleunigen.

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