Köpfe der Branche: Dako-Geschäftsführer Thomas Becker im Interview

Eine End-to-End-Lösung, die alle Prozesse einer Transportdienstleistung vereint steht bei Dako auf der Messe in Hannover im Mittelpunkt: die Dako Suite. Im Gespräch mit der Zeitung Transport erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter Thomas Becker, was dahinter steckt.

Thomas Becker, Geschäftsführender Gesellschafter von Dako: „Im Bereich des Güterkraftverkehrs hat Dako schon frühzeitig Meilensteine der Digitalisierung gesetzt und tut dies bis heute.“ (Foto: Dako)
Thomas Becker, Geschäftsführender Gesellschafter von Dako: „Im Bereich des Güterkraftverkehrs hat Dako schon frühzeitig Meilensteine der Digitalisierung gesetzt und tut dies bis heute.“ (Foto: Dako)
Nadine Bradl

Dako setzt bereits seit Jahren auf die Vernetzung der Akteure innerhalb der Transportbranche. Was hat man für die IAA dahingehend dabei?

Im Kern unserer Präsenz auf der IAA 2022 steht unsere Vision einer modular aufgebauten Dako Suite, die bisher separate Produktkomponenten zukünftig auf einer Plattform vereint. Mit der Suite soll eine end-to-end-Lösung entstehen, die durch ihre nahtlose Verzahnung alle Prozesse einer Transportdienstleistung digital abbilden kann – vom Verkauf des Produktes bis hin zur Zustellung. Damit stellt die Suite eine Lösung für die verschiedenen Akteure im Transportgeschäft zur Verfügung: Ob für den Vertrieb, das Depot, die Kommissionierung, das Personalmanagement oder die Buchhaltung, für die Disposition, Fuhrparkverwaltung und Tourenplanung. Die einzelnen Module der Dako Suite (Sales, Send, Dispo und Fleet) können individuell und je nach Geschäftsmodell beziehungsweise Anwendungsfall von unseren Kunden gebucht werden. Unabhängig von der Art der Sendung (zum Beispiel Stückgut, Paketsendung etc.) werden die notwendigen Informationen bei jedem Schritt übersichtlich aufbereitet, standardisiert für den jeweiligen Nutzer angezeigt und lückenlos dokumentiert. Zusätzlich bietet unser API-first-Ansatz über vielfältige Schnittstellen die Möglichkeit Informationen maßgeschneidert für die verschiedenen Aufgabenbereiche in der Transport- und Logistikwelt zur Verfügung zu stellen.

 

Wo sehen Sie die größten Vorteile von Dako Fleet bei Spediteur und Fahrer?

Dako Fleet ist das erste Produkt mit dem sich Dako Schritt für Schritt gesamtvernetzten Transport- und Logistikprozessen annähert. Die webbasierte Softwarelösung übernimmt digitalisiert und automatisiert tägliche Routineaufgaben für Verkehrsleiter, Fuhrparkleiter und Fahrer.

Verkehrsleiter werden so beispielsweise durch gesetzeskonforme Archivierung der Tachografen- und Fahrerkartendaten, eine detaillierte Auswertung der Sozialverstöße, automatische Bußgeldberechnung, Risikoeinstufung und Reports, elektronische Führerscheinkontrolle, sowie sie automatisierte Erstellung von Fahrerbelehrungen unterstützt.

Ebenfalls zeitsparend und jenseits von Papierstapeln und Excel-Tabellen werden für Fuhrparkleiter die Alltagsprozesse von Terminverwaltung, Führerscheinkontrolle, Dokumentenmanagement und Spesenberechnung digital und wirtschaftlich abgewickelt. Hinzu kommen Funktionen, wie GPS-Ortung und Geozonen, um die Flotte auch auf der Straße stets im Blick zu haben und Diebstähle zu verhindern.

Fahrer hingegen werden bei den häufig lästigen Arbeiten, die neben der reinen Fahrtätigkeit im Berufsalltag zu verrichten sind, aktiv unterstützt. Funktionen wie die mobile Abfahrtskontrolle und Auftragsabwicklung sorgen für lückenlose Dokumentation ohne großen Zeitaufwand. Gleichzeitig bilden sie ein starkes Argument für eine langfristige Bindung an das Unternehmen.

 

Gibt es bereits weitere Projekte zum Thema Digitalisierung?

Im Alltagsgeschäft eines IT-Unternehmens dreht sich verständlicherweise nahezu Alles um das Thema Digitalisierung. Im Bereich des Güterkraftverkehrs hat Dako schon frühzeitig Meilensteine der Digitalisierung gesetzt und tut dies bis heute. Von der Digitalisierung der klassischen Tachoscheiben, die wir als erste praxistauglich realisieren konnten, bis hin zu unserem aktuellen Produktportfolio. Wir arbeiten stets mit dem Ziel, die Transport- und Logistikwelt bis ins Detail auszuloten und über Digitalisierung zu optimierten. Dabei fungieren unsere firmeneigenen Forschungsprojekte als Sonde für die Technologiethemen von morgen. Diese Forschung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern orientiert sich an aktuellen technischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Trends ebenso, wie an Fragen der Ökologie und Infrastruktur. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Projekt Smart Mulit-Use Logistik. Live-Tests mit unseren Kunden und Partnern helfen uns bei jedem Produkt, dieses unter realen Marktbedingungen zu testen und Stück für Stück zu verbessern.

 

Die Transportbranche steht gerade vor großen Herausforderungen – steigende Kosten, Fahrermangel, Umstieg auf alternative Antriebe, um nur einige zu nennen. Wie können Sie als Unternehmen helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen?

Es gehört zur DNA der Dako, Entwicklungen wie Digitalisierung, alternative Antriebe und autonomes Fahren nicht als Herausforderungen anzusehen, sondern als gewaltige Chancen und die Voraussetzung zur Bewältigung zukünftiger Aufgaben. Möchte ein Unternehmen auf konkrete Probleme wie steigende Kosten, Mitarbeitermangel oder wachsende Umweltbelastungen aktiv reagieren, so sind dafür (digitale) Daten notwendig, die eine solche Transformation auf solide Füße stellen. Dako hat sich darauf spezialisiert, diese Daten im Geschäftsalltag von Fuhrunternehmen zu erheben, diese zweckgerichtet aufzubereiten und so wertvolle Potentiale sicht- und nutzbar zu machen. Dafür forschen wir, arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen und vernetzen uns mit Partnern, die ähnlich denken. Als Ergebnis entwickeln wir digitale Lösungen, die aktuelle Probleme zu Ende denken und praktikable sowie wirtschaftliche Wege in die Zukunft bereiten.

 

Wie sieht ihrer Meinung nach die Zukunft der Branche aus? Welche Themen werden Dako und die Firmen in den nächsten Jahren beschäftigen?

Die so genannte „Industrie 4.0“ bringt die nächste technisch-industrielle Revolution mit sich. Transport muss dabei ganz klar als Mittel zum Zweck angesehen werden – das heißt als Weg zwischen immer enger vernetzten Partnern. Bei der Gestaltung dieser Vernetzung müssen aber auch die Prozesse vor und nach dem Transport mit einbezogen werden. Auch die Aspekte von Umweltfreundlichkeit und nachhaltigem Handeln können nicht separat von der realen Vernetzung im Wirtschaftsleben gedacht werden. Die Grundlage für diese „Industrie 4.0“ sind Digitalisierung und die zielgerichtete Verarbeitung von relevanten Daten.

Dako adressiert diesen Blick in die Zukunft bereits jetzt, indem wir mit der Dako Suite bedacht Schritt für Schritt weiterentwickeln und schließlich in der Lage sein wollen, Transport- und Logistikprozesse in einer 360°-Lösung abbildbar und kontrollierbar zu machen – wirtschaftlich, nachhaltig und gesetzeskonform.

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