Köpfe der Branche: Bernard Krone im Interview

Der Unternehmer hat sich mit der Zeitung Transport über seine IAA-Pläne unterhalten. Er verspricht „wegweisende Innovationen“ und kündigt als ein Schmankerl die „Krone Denkfabrik“ an.

Bernard Krone: „Nach dieser langen Pause freuen wir uns wieder besonders auf den direkten Austausch mit unseren Kunden.“
Bernard Krone: „Nach dieser langen Pause freuen wir uns wieder besonders auf den direkten Austausch mit unseren Kunden.“
Christine Harttmann

Transport: 2020 musste die IAA in Hannover pausieren. Deswegen haben wir jetzt einen Vier-Jahres-Sprung. In dieser Zeit ist viel passiert. Inwieweit spiegelt der Messeauftritt von Krone Trailer den Wandel wider?

Bernard Krone: Die IAA Transportation 2022 steht für Krone ganz besonders im Fokus. Hier werden wir im Hinblick auf die Megatrends Digitalisierung, Automatisierung, Nachhaltigkeit und Elektrifizierung wegweisende Innovationen präsentieren. Die Unternehmen benötigen gerade in dieser Phase neben unternehmerischem Weitblick vor allem Planungssicherheit. Deshalb will Krone den Transporteuren, aber auch den Verladern zeigen, welche Möglichkeiten die Zukunft bereithält.

Nach dieser langen Pause freuen wir uns wieder besonders auf den direkten Austausch mit unseren Kunden. Dazu erwartet die Besucher auf unserem Stand neben unseren spannenden Exponaten das abwechslungsreiche Programm der „Krone Denkfabrik“. Diese Innovations- und Kommunikationsplattform bietet besonders Start-ups die Möglichkeit, sich zu präsentieren und auszutauschen.

 

„Mission beyond zero“ – dieses Motto haben Sie beim VDA Presseworkshop als Klammer um Ihren Messeauftritt gezogen. Wie ist das zu verstehen?

Mit der „Mission beyond zero“ geht Krone noch einen Schritt weiter, als das Konzept „Zero emission“ postuliert. Unsere nachhaltige eTrailer-Technologie ist nämlich in der Lage, den Kraftstoff-Verbrauch und damit auch den CO2-Ausstoß der Sattelzugmaschine um über 20 Prozent zu reduzieren.

 

Einige neue Konzepte haben Sie ja schon angekündigt. Eines ist der „schwebende“ King Pin. Können Sie das kurz erklären?

Grundsätzlich misst der sensorische King Pin die auftretenden Längs- und Querkräfte in Echtzeit und steuert damit die angeforderte Unterstützungsleistung des eTrailers. Die Schubkräfte des Sattelaufliegers dürfen dabei die der Sattelzugmaschine nicht überschreiten. Diese Technologie vermeidet ein Aufschieben des eTrailers und stellt sicher, dass das Gesamtsystem Sattelzugmaschine-eTrailer sicher betrieben wird.

 

Sie prognostizieren für den King Pin hohes Spritsparpotenzial. Wie viel denn genau?

Das Diesel-Reduktionspotenzial der Sattelzugmaschine beträgt mit dem eTrailer je nach Beladungssituation, Streckentopografie und Verkehrssituation zwischen 20 und 40 Prozent. Das Potenzial an CO2-Emissionen bewegt sich in gleicher Höhe.

 

Den E-Trailer mit elektrischer Achse, die beim Bremsen rekuperiert, werden Sie in Hannover ebenfalls zeigen. Was steckt da dahinter?

Wie der sensorische King Pin gehört auch die leistungsstarke eAchse zum Gesamtkonzept des eTrailers. Als Kernstück dieser innovativen Technologie unterstützt die eAchse die Sattelzugmaschine im Antrieb, und sie kann zudem Bremsenergie durch Rekuperation zurückgewinnen.

 

Wo sehen Sie denn da die Einsatzbereiche?

Die eTrailer von Krone lassen sich im Plug-and-Play-Verfahren mit jeder konventionellen Sattelzugmaschine einsetzen, für den Verteiler- ebenso wie für den Fernverkehr. Die im eTrailer mitgeführte Energie ist auch für Langstrecken über 500 km ausreichend. Darüber hinaus trägt die eLiner-Technologie im Zusammenspiel mit BEV-Zugmaschinen dazu bei, die Reichweite eines vollelektrifizierten Sattelzugs auf Langstrecken über 500 km zu erhöhen.

Eine weitere Anwendung zeigen wir mit dem eCool Liner: In unserem innovativen Kühlsattelauflieger sorgt das vollelektrische Kühlaggregat Celsineo in eng abgestimmter Zusammenarbeit mit dem elektrifizierten Antrieb dafür, dass die Fracht emissionsfrei gekühlt wird. Das 800-V-Hochvoltsystem versorgt nicht nur das vollelektrische Celsineo Kühlaggregat, sondern darüber hinaus auch den elektrischen Antriebsstrang des eTrailers.

 

Und dann wäre da noch die Digitalisierung. Werden Sie dazu Neues mit auf die Messe bringen?

Zum Megatrend „Digitalisierung“ stellt Krone die „Krone Intelligent Transport Solutions“ (KITS) mit einer Reihe neuer Technologien und Services vor. So führt KITS neue Standards ein und unterstreicht seine Strategie, als herstellerunabhängige Plattform verschiedene Telematiksysteme auf einfache Art über nur eine Portallösung zu managen. Ein Beispiel ist die neue Funktion „Self Service“, mit der Datenübertragung an alle angeschlossenen Systeme jetzt noch komfortabler wird. Ein weiteres Beispiel unserer digitalen Innovationen ist die mit künstlicher Intelligenz arbeitende Laderaumerkennung Krone Smart Capacity Management, mit welcher der Disponent die Belegung der Stellplätze im Trailer in Echtzeit verfolgen und steuern kann.

Darüber hinaus präsentieren wir zum Megatrend „Automatisierung“ eine Weltneuheit: Mit dem Box Liner eLTU 50 Traction Automatic kann der Fahrer das Container-Chassis per Knopfdruck im Lkw-Fahrerhaus auf den jeweiligen Container einstellen. Für den Fahrer bedeutet das nicht nur körperliche Entlastung, sondern auch einen erheblichen Sicherheitsgewinn. Gleichzeitig wird eine Fehleinstellung des Chassis vermieden. Nicht zuletzt in der Umschlagsgeschwindigkeit macht sich die neue Automatikfunktion positiv bemerkbar: Für die Hafenumfuhr gehen wir von einer Effektivitätssteigerung von rund zehn Prozent aus.

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