Clean Logistics: Vom Umrüster zum OEM

Mit dem niederländischen Lkw-Hersteller Ginaf Trucks Nederland übernimmt das in Hamburg ansässige Unternehmen einen OEM mit entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen. Damit wird Clean Logistics eigenständiger Fahrzeugproduzent.

Niederländischer OEM: Der Kipper ist ein Ginaf-Produkt. (Foto: Clean Logistics)
Niederländischer OEM: Der Kipper ist ein Ginaf-Produkt. (Foto: Clean Logistics)
Christine Harttmann

Clean Logistics hat heute per Vertrag sämtliche Anteile des Lkw-Herstellers Ginaf Trucks Nederland übernommen. Der OEM mit Sitz im niederländischen Veenendaal, ist auf den Umbau und die Fertigung von Lkw für unterschiedliche Anwendungen wie Bau, Straßenreinigung, Abfallentsorgung, Landwirtschaft oder Bergbau spezialisiert. Darüber hinaus entwickelt und produziert das Unternehmen vollelektrische, emissionsfreie Lkw. Zum Einsatz kommen neben batterieelektrischen Komponenten unter anderem ein hydropneumatisches Federungssystem und ein selbstentwickeltes hydraulisch angetriebenes Vorderachssystem. Für 2022 plant Ginaf einen Umsatz von rund zehn Millionen Euro. Die aktuelle Produktionskapazität liegt laut einer Pressemeldung bei 200 Fahrzeugen jährlich.

Der Barkaufpreis, den Claen Logistics eigenen Angaben zufolge bezahlt hat, beläuft sich auf Barkaufpreis 1,8 Millionen Euro. Außerdem bekommt der Verkäufer mehrere Aktienpakete.

Mit der geplanten Übernahme von 100 Prozent der Anteile an Ginaf erweitert Clean Logistics seine Geschäftsaktivitäten. In Zukunft sollen nicht mehr nur Bestandsfahrzeuge konvertiert werden, sondern innerhalb der Unternehmensgruppe eine eigenständige Produktion von Lkw und Bussen mit emissionsfreiem Wasserstoffantrieb aufgebaut werden. Clean Logistics hat mit Ginaf eine Konzerngesellschaft mit dem Status eines eigenständigen Fahrzeugproduzenten (OEM) mit den entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen von eigenen Fahrzeugen in Europa erworben. Ginaf bringe zudem langjährige Erfahrung und umfangreiches Know-how in der Umrüstung von Lkw ab 3,5 Tonnen bis zu 50 Tonnen Spezialmaschinen mit.

 

Markchancen für seinen CO2-freien Lkw rechnet sich Clean Logistics schon wegen der sich verschärfenden Fahrverboten in Großstädten und denr angekündigte Verbrenner-Ausstieg der EU bis 2035 aus. Hinzu komme, dass die Spritpreise anziehen und die Bundesregierung den CO2-Ausstoß im Transportsektor auf der Straße signifikant reduzieren will. Dirk Graszt, CEO von Clean Logistics, erklärt:

„Die Lösungen von Ginaf sind eine hervorragende Ergänzung zu unserem Portfolio. Ginaf verfügt über jahrzehntelanges Know-how im Schwerlastverkehr, Erfahrungen bei der Zulassung von Serienfahrzeugen und der damit einhergehenden Homologation als OEM.“

Clean Logistics habe mit dem Fyuriant einen emissionsfreien H2-40-Tonner und mit dem Pyuron einen Bus für den öffentlichen Nahverkehr auf Wasserstoffbasis entwickelt, so Graszt weiter. Er kündigt an:

„Gemeinsam werden wir zu einem eigenständigen europäischen Hersteller von batterieelektrischen und brennstoffzellenelektrischen Fahrzeugen im Transportsektor auf höchstem technischem Niveau.“

 

Dank der jährlich maximal 200 produzierbaren Lkw ab 3,5 Tonnen bei Ginaf verfüge Clean Logistics nach der Übernahme auch über die nötigen Kapazitäten, entsprechende Marktanteile im stark wachsenden Markt des emissionsfreien Schwerlastverkehrs frühzeitig zu erschließen.

Roeland van der Woude, CEO von Ginaf, fügt hinzu:

„Gemeinsam werden wir neue Impulse für unser Wachstum setzen, die Entwicklung des Schwerlastverkehrs der Zukunft prägen und die Dekarbonisierung des europäischen Transportsektors vorantreiben.“

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