Wissing auf der IAA: Wir müssen technologieoffen bleiben

Bei einem Besuch der IAA Transportation 2022 sprach sich der Bundesverkehrsminister dafür aus, emissionsarme Antriebe technologieoffen zu entwickeln. Er hörte sich auch die Schmerzen der Branche an und versprach Unterstützung.

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: „Wir brauchen nicht eine Lösung, sondern eine Vielfalt von Lösungen.“ (Foto: C. Harttmann)
Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: „Wir brauchen nicht eine Lösung, sondern eine Vielfalt von Lösungen.“ (Foto: C. Harttmann)
Christine Harttmann

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing (FDP) sicherte der Nutzfahrzeugbranche auf der IAA Transportation 2022 in Hannover seine Unterstützung bei der Transformation zu. Zugleich sprach er sich dafür aus, alle verfügbaren Möglichkeiten für die Dekarbonisierung der Nutzfahrzeugbranche „technologieoffen“ zu nutzen.

„Wir müssen uns alles offenhalten. Denn am Ende darf nicht die Mobilität oder auch die Logistik leiden“, sagte Wissing auf einem gemeinsamen Rundgang mit VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Deswegen setze er sich für Technologieoffenheit ein. Branchenvertreter wiederum betonten im Gespräch mit dem Minister, dass die Lösungen da seien. Jetzt komme es darauf an, diese auch auf die Straße zu bringen. Ohne die notwendige Infrastruktur aber sei es schwierig – auch wenn, wie VDA-Präsidentin Müller betonte, die Nachfrage nach emissionsfreier Logistik durchaus vorhanden ist.

Auf seinem Rundgang über die Messe ließ sich der Minister unter anderem vom Automobilzulieferer Bosch die verschiedenen Antriebsarten vorführen. Vom modernen Diesel, über Gas-Lkw und die Brennstoffzelle bis zum Elektromotor für Lkw und Lastenräder war alles dabei.

In einem Gespräch auf dem Stand von Catl betonte der Minister:

„Wir brauchen nicht eine Lösung, sondern eine Vielfalt von Lösungen.“

Die Hersteller wiederum platzierten ihre Wünsch an die Politik. So forderte Catl mehr Freiheiten für autonomes Fahren auf Level 3 bis 4. Im Testbetrieb funktioniere das schon.

„Jetzt kommt es darauf an, dass es in den Echtbetrieb geht.“

Krone wiederum möchte seine E-Achse puschen und wünscht sich dafür eine Erhöhung der Tonnage auf 44 Tonnen. Außerdem sollte das in der StVO festgeschriebene Verbot einer Antriebsachse am Trailer aufgehoben werden.

„Was die Zulassung betrifft – das bekommen wir hin, glaube ich“, antwortete der Minister.

Bei der Erhöhung der Tonnage zeigte er sich nicht ganz so zuversichtlich. Darauf seien viele Straßen nicht ausgelegt. Insbesondere die Brücken in Westdeutschland sind demnach ein Problem. Kommt wohl daher, dass zu lange zu wenig in unsere Infrastruktur investiert wurde.

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