IAA Transportation 2022: Runderneuert und auf Nachhaltigkeit getrimmt

Die IAA TRANSPORTATION, ehemals IAA Nutzfahrzeuge, steht in den Startlöchern. Ein neues, branchenumfassendes Konzept soll die Veranstaltung zu der internationalen Leitplattform für alle Fragen rund um die Themen Transport und Logistik machen.

Einen ersten Vorgeschmack auf die IAA TRANSPORTATION im Herbst gab VDA-Präsidentin Hildegard Müller auf dem Presseworkshop in Frankfurt am Main. (Foto: VDA)
Einen ersten Vorgeschmack auf die IAA TRANSPORTATION im Herbst gab VDA-Präsidentin Hildegard Müller auf dem Presseworkshop in Frankfurt am Main. (Foto: VDA)
Redaktion (allg.)

Nach vier Jahren Pause kommt sie wieder zurück: die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Es sind vier Jahre, die Vieles verändert haben, in denen Gewissheiten verloren gingen und Innovationen Konjunktur hatten. Die Transport- und Logistikbranche steht, ebenso wie die Nutzfahrzeugbranche, vor gewaltigen Herausforderungen, das machte VDA-Präsidentin Hildegard Müller auf einem Presseworkshop in Frankfurt am Main klar:

„Die Pandemie hat auch in der Mobilität alles auf den Kopf gestellt.“

Auch daher haben Veränderungen so viel Konjunktur, wie schon lange nichtmehr. Auf dem Messegelände in Hannover erwartet daher die Besucherinnen und Besucher vom 20. September bis 25. September ein neues Messekonzept. Der Anspruch der IAA TRANSPORTATION ist kein geringerer, als die Transport- und Logistikbranche in ihrer gesamten Bandbreite abzubilden. Auch das diesjährige Motto „People and Goods on the move“ soll dies widerspiegeln.

Ob Personentransport, technologischer Wandel, Ladeinfrastruktur, Last-Mile-Transport oder der Weg zur Klimaneutralität – die IAA Transportation ist inhaltlich so vielseitig aufgestellt, wie noch keine IAA zuvor. Die Unternehmen, die den Presseworkshop nutzten und einen Ausblick auf ihre Messethemen gaben, machten deutlich, dass sie mit ihren Ideen aktiv bei der Lösung der komplexen Herausforderungen der kommenden Jahre mitwirken wollen. Hierzu VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel:

„Die Botschaft, die von diesem Presseworkshop ausgeht, ist ebenso klar wie erfreulich: Unser neues Veranstaltungskonzept stößt auch bei den internationalen Presse-Kolleginnen und -Kollegen auf großes Interesse. Das ist ein gutes Signal für die gesamte Transport- und Logistik-Branche. Denn die IAA TRANSPORTATION ist als sektorenübergreifende Plattform Ausweis für den notwendigen Abschied vom Silo-Denken und das damit einhergehende Umdenken, das derzeit bei allen Akteuren der Branche stattfindet.“

Neben der öffentlichen Präsentation des runderneuerten Veranstaltungs-Konzepts gab der Presseworkshop Gelegenheit, die Visionen und Ambitionen ausstellender Unternehmen zu hören. Firmen wie Daimler Truck, Faun, Iveco Magirus, Krone, MAN, Neste, Quantron, Rytle und Schmitz Cargobull teilten ihre Ideen zur Zukunft des Personen- und Güterverkehrs und präsentierten ihre Highlights der kommenden IAA TRANSPORTATION. Großes Fokusthema bei fast allen Ausstellern: Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Von der „Road of Change“ sprach daher sehr treffend Gerrit Marx, CEO der Iveco Group.

Der Hersteller Neuers von seiner Kooperation mit Nikola im Gepäck haben. Eine weitere wichtige Rolle soll der Electric Daily spielen, der sich an die 400-Kilometer-reichweite herantastet. Quantron-Vorstand Michael Perschke versteht sich per se als „New kid on the block“. Für den Messeauftritt in Hannover versprach er viel Neues zum Fuel-Cell-Truck. Unter anderem stellte er einen 44-Tonnen-Wasserstoff-Lkw in Aussicht.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

„Mission beyond zero“ ist das Motto der Bernard Krone Holding. Geschäftsführer Frank Albers kündigte ein Trailerkonzept an, bei dem der Kingpin zwischen Zugmaschine und Trailer schwebt. 20 Prozent Sprit soll das einsparen.

Rytle-Geschäftsführer Dr. Arne Kruse will das Lastenrad auf ein 24/7-Konzept heben: in der Früh damit Zeitung austragen, anschließend die Pakete an den Haustüren abliefern, danach die Einkaufsbestellung vom Supermarkt zum Kunden bringen, später die Essensbestellung und schließlich – in der Nacht – als Rikscha-Taxi die Nachtschwärmer sicher zurück in ihr zuhause bringen.

Alexander Vlaskamp, CEO der MAN Truck & Bus SE, stellte gar den ganz großen Wurf in Aussicht:

„Die Nutzfahrzeugbranche hat das Wissen und die Fähigkeit, den Hebel jetzt umzulegen in Richtung Klimaneutralität.“

Der Münchner Lkw-Bauer will in Hannover den Fokus ganz auf die Elektromobilität legen.

Auch bei Faun wird es um klimaneutrale Mobilität gehen. CEO Patrick Heckmann kündigte die Brennstoffzellen-getriebenen Enginius-Trucks an. Um das, was hinter der Zugmaschine fährt, kümmert sich Schmitz Cargobull. Der Trailerhersteller wirb mit Aerodynamik zur Emissions- und Kostensenkung, Kühleffizienz für temperierte Fracht, der Reduzierung des Fahrzeuggewichts sowie die Nutzung der Telematikdaten für mehr Prozesseffizienz. Vorteil dieser Produktneuheiten sei, betont Firmenchef Andreas Schmitz:

„Alles, was wir zeigen ist schon heute verfügbar.“

Ambitioniert gab sich auch Karen Radström, Vorstandsmitglied der Daimler Truck AG:

„Wir sind bereit, den Transportsektor zu dekarbonisieren.“

Wie das gehen soll, will der Hersteller in Hannover vor allem anhand seiner eActros-Modelle zeigen.

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