eActros: Praxistest geht in die zweite Runde

Nach seinem ersten Jahr im Praxiseinsatz bricht der Mercedes-Benz eActros in seine zweite Testphase auf. Erstmals sind dabei Kunden aus den Niederlanden und Belgien beteiligt. Logistikdienstleister Simon Loos elektrifiziert Rotterdam und Den Haag.

Der Mercedes-Benz eActros elektrifiziert Rotterdam und Den Haag bei Logistikdienstleister Simon Loos. (Foto: Daimler AG)
Der Mercedes-Benz eActros elektrifiziert Rotterdam und Den Haag bei Logistikdienstleister Simon Loos. (Foto: Daimler AG)
Christine Harttmann

Nach jeweils rund einem Jahr im intensiven Praxiseinsatz bei zehn Kunden in Deutschland und der Schweiz gehen acht der rein batterieelektrisch angetriebenen Lkw nun sukzessive an neue Kunden aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Auch die werden den eActros für etwa ein Jahr auf Herz und Nieren im harten Transportalltag prüfen. Zwei Fahrzeuge verbleiben im Betriebstest bei Kunden der ersten Testphase. Als erster übernimmt Simon Loos einen eActros der zweiten Phase. Der niederländische Logistikdienstleister versorgt mit dem elektrifizierten 25-Tonner mit Kühlkoffer Supermärkte der niederländischen Kette Albert Heijn in der Region um Rotterdam und Den Haag.

Die Tagestour des eActros beginnt in einem Verteilzentrum in Delfgauw in der Provinz Südholland. Von dort aus versorgt der E-Lkw Supermarktfilialen in verschiedenen Städten der Region, darunter Rotterdam, Den Haag und Delft, mit frischen, temperaturgeführten Lebensmitteln. Der eActros fährt sieben Tage die Woche und legt täglich rund 200 Kilometer lokal CO2-neutral zurück. Die Batterien werden über Nacht und zwischen den Touren im Verteilzentrum in Delfgauw geladen, wo Albert Heijn derzeit einen innovativen Neubau mit mehreren Schnellladestationen fertigstellt. In Vorbereitung des Tests haben Experten von Mercedes-Benz Trucks die Fahrer von Simon Loos speziell zum Umgang mit Hochvoltsystemen geschult.

Flottenmanager Wim Roks betont, dass Simon Loos „selbstverständlich“ einen großen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit setze:

„Wir sammeln in unserem Fuhrpark bereits seit 2014 Erfahrungen in Sachen alternativer Antriebe. Mit dem Praxistest des eActros machen wir jetzt - gemeinsam mit Albert Heijn und Mercedes-Benz Trucks - einen weiteren großen Schritt Richtung nachhaltigen Transports im Einzelhandel. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen, die wir über die nächsten Monate mit dem Fahrzeug sammeln können.“

Wie Andreas von Wallfeld, Leiter Marketing, Vertrieb und Services bei Mercedes-Benz Lkw, beichtet, haben die eActros der ersten Testserie bereits hunderttausende Kilometer elektrisch zurückgelegt:

„Die Erkenntnisse der ersten Phase haben einen wertvollen Beitrag für den geplanten Serienstart im kommenden Jahr geleistet. Nun testen wir unseren Elektro-Lkw bei neuen Kunden verschiedener Branchen im In- und Ausland auf seine Alltagstauglichkeit. Wir freuen uns, dass wir mit Simon Loos den Start der zweiten Kundenwelle einläuten können.“

Bei dem Kühl-Wechselkoffer des von Simon Loos eingesetzten eActros handelt es sich um das Modell „W.KO Cool“ von Schmitz Cargobull. Er verfügt über eine verbesserte Isolierung für den energieeffizienten Transport von gekühlter Ware. Der robuste Aufbau sei ideal für den intensiven täglichen Einsatz geeignet, so Mercedes. Das rein elektrisch betriebene Kühlgerät arbeitet emissionsfrei und ist speziell für den Einsatz im Verteilerverkehr ausgelegt. Auch in der zweiten Testphase werden die Aufbauten der Fahrzeuge größtenteils von Schmitz Cargobull zur Verfügung gestellt.

Der eActros basiert auf dem Rahmen des Mercedes-Benz Actros. Darüber hinaus ist die Architektur des Fahrzeugs jedoch komplett auf den Elektroantrieb ausgerichtet und verfügt über einen hohen Anteil spezifischer Teile. Zwei Elektromotoren nahe den Radnaben der Hinterachse bilden den Antrieb mit einer Leistung von jeweils 126 kW und einem maximalen Drehmoment von je 485 Nm. Daraus ergeben sich nach der Übersetzung jeweils 11.000 Nm. Eine Leistung, die der eines konventionellen Lkw ebenbürtig ist. Lithium-Ionen-Batterien mit 240 kWh liefern die Energie für den eActros. In Abhängigkeit der verfügbaren Ladeleistung lassen sich die Batterien innerhalb von zwei Stunden (bei 150 kW) vollständig aufladen.

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