E-Mobilität: Neue Servicezeiten

Neben dem Vertrieb von E-Vans und Beratung bei Ladeinfrastruktur justiert sich MAN auch mit angepassten Service- und Reparaturkonzepten neu.

Foto: MAN
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Redaktion (allg.)

Auch im Werkstatt- und Servicebereich erfordert die Transformation hin zur Elektromobilität gravierende Anpassungen. So will MAN Truck & Bus Deutschland bis Ende 2020 rund 50 sogenannte eMobility-Standorte aufbauen. Dort können auch Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb gewartet werden. Das gesamte Servicenetz von MAN umfasst derzeit rund 150 eigene Betriebe sowie circa 200 Partner für die mehr als 245.000 MAN- und NEOPLAN-Fahrzeuge.
Jüngst wurden die Servicebetriebe in Kassel, Offenburg, Göppingen, Wildau und Pilsting erneuert beziehungsweise neu errichtet, der Servicebetrieb in Wiesbaden ist im Neubau. Bei diesen neuen und erneuerten Standorten ist der Wandel zur Elektromobilität bereits berücksichtigt. Denn vollelektrische Fahrzeuge bringen eine Reihe von Veränderungen in den Servicebereich. Lademöglichkeiten müssen ebenso gegeben sein wie spezielle Werkstattausstattung.

Spezialwerkzeuge für Hochvolt

Grundlegende Anforderungen an einen eMobility-Servicestandort von MAN sind sowohl Qualifizierungsmaßnahmen für den Umgang mit batterieelektrischen Fahrzeugen als auch Spezialwerkzeuge sowie ein Hochvolt-Arbeitsplatz und ein Quarantänekonzept für gefährliche Akkus. Gleichzeitig müssen Lademöglichkeiten vorhanden sein.
Die neue Ausrüstung konzentriert sich auf die Diagnose und Fehlersuche sowie den Aus- und Einbau von Hochvoltkomponenten. Hat eine Elektrofachkraft die Zusatzqualifikation zum Arbeiten unter Spannung (EFKF + AuS), sind für die Instandsetzung von Systemen und Energiespeichern zusätzliche Werkzeuge notwendig. Dies wird von MAN Transport Solutions in Kooperation mit der MAN Academy ebenso abgedeckt wie die Information über mögliche Gefahren bei Arbeiten mit Hochvolttechnik.
Auch auf Kundenseite wirft der Einstieg in die Elektromobilität Fragen auf, die über das eigentliche Fahrzeug weit hinausgehen: Es ist eben nicht nur ein Antriebs-, sondern ein Systemwechsel. So muss die Lösung zum Einsatzzweck passen, je nach Fokus, Reichweite oder Nutzlast. Insbesondere bei der Elektromobilität gilt es, Ladelösungen, Energieversorgung und Speicherung im Vorfeld zu beleuchten und sicherzustellen. Dafür stellt MAN Transport Solutions bei der Anschaffung einer vollelektrischen Fahrzeugflotte – etwa mit dem MAN eTGE, MAN eTGM oder MAN Lion’s City E – ein Team zur Beratung auf. Dies betrifft sowohl die Bedarfsanalyse als auch die Flottenauslegung, die Ladeinfrastruktur sowie das Energiemanagement.
Der Umstieg auf E-Antriebe ist nur dann sinnvoll, wenn die Reichweite und Transportleistung aufeinander abgestimmt sind. Besonders im urbanen Einsatz ist E-Mobilität eine Option. Für verlässliche Aussagen zu Einsatzmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit rücken auch Einflüsse wie Heizung und Klimatisierung, Nebenverbraucher, Verkehrsaufkommen, Fahrzyklen sowie Fahrweise in den Fokus. Ob der Umstieg auf Elektromobilität Einsparungen gegenüber einem konventionellen Fahrzeug erbringt, hängt stark von der Gestaltung der Energieversorgung ab. Die MAN-Sparte prüft hier Mittel zur Kostenoptimierung wie die gezielte Nutzung von Zeiten mit günstigem Strombezug oder gestaffeltes Laden, um teure Lastspitzen zu vermeiden.
Die Fahrzeugbatterie ist generell eine Schlüsselkomponente. Ihr Zustand und ihre Leistungsfähigkeit sind entscheidend für einen effizienten Betrieb. Gegenwärtig lässt sich noch nicht vermeiden, dass jede Batterie mit den Jahren an Kapazität und Leistung verliert. Faktoren wie Nutzungsverhalten, Wartung und Ladehäufigkeit haben einen erheblichen Einfluss auf den Alterungsprozess. Ein optimiertes Batteriemanagement ist daher fest integrierter Bestandteil der Konzepte bei MAN.

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