Autonomes Fahren: Traton plant Hub-to-Hub-Route auf Level 4

Eine strategische Partnerschaft mit TuSimple soll bei Traton die Entwicklung autonomer Lkw vorantreiben. Das amerikanische Unternehmen produziert Technologie für autonomes Fahren auf Level-4.

Viele Sensoren, nicht nur auf dem Dach: In Schweden plant Scania bereits die erste Strecke für autonomes Fahren auf Level 4. (Foto: Traton SE)
Viele Sensoren, nicht nur auf dem Dach: In Schweden plant Scania bereits die erste Strecke für autonomes Fahren auf Level 4. (Foto: Traton SE)
Christine Harttmann

Gemeinsam arbeiten Traton und TuSimple zunächst einer ersten Hub-to-Hub-Route zwischen Södertälje und Jönköping in Schweden. Dort sollen – nach der Inbetriebnahme – Lkw von Scania auf SAE-Stufe 4 fahren. Im Rahmen der Partnerschaft übernimmt Traton zudem eine Minderheitsbeteiligung an TuSimple. Matthias Gründler, CEO der Traton Group, hierzu:

„Die globale Partnerschaft mit TuSimple bringt uns auf unserem Weg zum Global Champion einen weiteren Schritt voran. Innovative Zukunftstechnologien, die unseren Kunden Mehrwert bieten, sind ein wesentlicher Teil unserer Strategie.“

Die ersten Test-Fahrzeuge sollen auf der hochautomatisierten Stufe 4 unterwegs sein. Das Technologieunternehme TuSimple bezeichnet sich vor dem Hintergrund, dass es seine Technologie seit 2017 bereits mit mehreren Millionen Testkilometern auf öffentlichen Straßen erprobt hat, als einen führenden Entwickler von Lösungen für autonomes Fahren, etwa im Bereich Perzeption und Nachtsicht. Präsident Cheng Lu erklärt:

„Unsere Partnerschaft mit der Traton Group beschleunigt die Einführung autonomer Lkw-Technologie auf den internationalen Märkten.“

Die Traton Group habe einen „hervorragenden“ Ruf. Ihre Beteiligung an TuSimple sei ein „hervorragendes Zeugnis für unsere Technologie und unseren Ansatz“.

Entwickler bei der Traton Group und TuSimple arbeiten eng zusammen, um autonome Systeme der SAE-Stufe 4 für die Lkw der Traton-Marken zu entwickeln, die zu vollautomatischem Fahren ohne menschliches Zutun unter bestimmten Fahrbedingungen und auf allen Märkten fähig sein werden. Kunden sollen vom Einsatz autonom fahrender Lkw vor allem im Langstrecken-Güterverkehr profitieren. Als weitere Vorteile nenn Traton Verbesserungen bei Sicherheit und Effizienz sowie Einsparung von Kraftstoff und Betriebskosten.

Ziel von Traton ist es, in Schweden, Deutschland und weiteren Ländern Lkw-Flotten auf der Straße zu erproben, die ohne Fahrer auskommen. Damit ließe sich, so der Konzern, mittelfristig der zunehmende Mangel an Fahrern abschwächen. Experten schätzen, dass allein in Deutschland derzeit rund 60.000 Fahrer fehlen. Zudem wären autonom fahrende Lkw in der Lage, die Gesamtauslastung der Lkw-Kapazitäten zu verbessern. Erste Anwendungsfälle außerhalb von abgegrenzten Bereichen sieht der Hersteller insbesondere für hochfrequentierte Hub-to-Hub-Routen.

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