Busmarkt 2020 in Westeuropa: Die Krise in Zahlen

Die Coronapandemie hat vor allem dem Reisebusabsatz zugesetzt.

Der westeuropäische Busmarkt verzeichnet ein Auf und Ab in diesem Jahr – mit drastischen Rückgängen zuletzt vor allem im Reisebussegment. (Foto: Pixabay/Gam-Ol)
Der westeuropäische Busmarkt verzeichnet ein Auf und Ab in diesem Jahr – mit drastischen Rückgängen zuletzt vor allem im Reisebussegment. (Foto: Pixabay/Gam-Ol)

Der Lockdown in vielen europäischen Ländern aufgrund der Coronapandemie hat auch die Produktion und Auslieferung von Bussen teilweise zum Erliegen gebracht. Das zeigen Zahlen von Chatrou – CME Solutions für die ersten fünf Monate des Jahres. Im Vergleich zu 2019 sind in Westeuropa in diesem Zeitraum rund 1.300 Stadtbusse, 500 Intercity- und 3.500 Reisebusse weniger ausgeliefert worden. 

Einbruch beim Reisebusabsatz

Am stärksten betroffen war der Markt für Reisebusse in den Monaten April und Mai: In fast allen westeuropäischen Staaten ging die Absatzzahl um 80 bis 85 % zurück – mit Ausnahme von Irland (–47,0 %), Norwegen (–55,8 %) Finnland (–68,5 %), Frankreich (–69,2 %) und Schweden (–76,3 %). Dramatisch auch die Situation in Deutschland: Von 693 Einheiten im Vorjahreszeitraum ist die Zahl auf 84 gesunken – ein Minus von 87,9 %. Von Januar bis März war der Vergleichswert noch um 7,0 % gestiegen (245 zu 229 Einheiten im Vorjahreszeitraum).

Besseres Bild bei den Stadtbussen

Relativ entspannt dagegen zeigte sich dagegen die Situation hierzulande auf dem Stadtbusmarkt. Während die meisten westeuropäischen Länder im April und Juni Minusraten zwischen meist 25 und 70 % bis hin zu 97 % (Belgien, Irland) verzeichneten, betrug der Rückgang in Deutschland bei 592 abgesetzten Einheiten nur 2,5 % (2019: 607) – der mit Abstand beste westeuropäische Wert. Und auch im ersten Quartal legten die Verkäufe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,5 % zu (879 zu 768 Stadtbussen). Schon in diesem Quartal – also weitestgehend vor Einsetzen der Coronapandemie in Europa – lagen viele westeuropäischen Märkte bereits im Minus.

Überlandbusse: Starkes erstes Quartal

Gut lief es bei den Zulassungen für Überlandbusse in den ersten drei Monaten des Jahres in Westeuropa: Das Plus gegenüber dem ersten Quartal 2019 summierte sich in allen 17 betrachteten Ländern auf 23,7 %. Knapp unter dem Schnitt: Deutschland mit 19,3 % (266 zu 223 Einheiten). Uneinheitlich das Bild in den Krisenmonaten April und Juni: Während einige Staaten in diesem Marktsegment große Zuwächse verzeichneten, war das Geschäft in rund zwei Dritteln der Länder rückläufig – in Deutschland um 27,8 % (187 zu 259 Einheiten).

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