MB Sprinter: Aus vier Werken auf drei Kontinenten

Torsten Buchholz

Der Mercedes-Benz Sprinter ist seit 25 Jahren das Erfolgsmodell von Mercedes-Benz Vans und ein Flaggschiff in der Transporterbranche. 1995 lief der erste Sprinter im Mercedes-Benz Werk Düsseldorf vom Band. Nur ein Jahr später wurde der Sprinter für den lateinamerikanischen Markt auch in Gonzalez Catan, Argentinien, gebaut. Seit 2006 wird der Sprinter zudem in Ludwigsfelde sowie in Charleston, South Carolina, USA, produziert.

Aufgrund der weltweiten Einschränkungen anlässlich der COVID-19-Pandemie hatten auch die Van-Werke von Mercedes-Benz in der zweiten März-Hälfte 2020 ihre Produktion unterbrochen. Ende April wurde die Produktion sukzessive wiederaufgenommen und in kurzer Zeit wieder in den Normalbetrieb hochgefahren. Dr. Ingo Ettischer, Leiter Mercedes-Benz Vans Operations, sagt:

„Der Sprinter ist unser Klassiker, der sich weltweit größter Beliebtheit erfreut. Seit der Sprinter auf den Markt kam, wurde er weltweit in Summe bisher rund vier Millionen Mal gebaut. Das aktuelle Modell wird in vier unserer fünf eigenen Van-Werke auf drei Kontinenten gebaut: in Europa sowie in Nord- und Südamerika und in Düsseldorf seit Ende 2019 sogar als Elektro-Variante.“

Im März 2018 startete die Produktion der dritten Generation und damit des neuesten Sprinter-Modells in den beiden Stammwerken in Deutschland. Im Mercedes-Benz Werk Düsseldorf läuft seither die geschlossene Variante vom Band, während im brandenburgischen Ludwigsfelde die offenen Baumuster gebaut werden. Im Dezember 2019 startete darüber hinaus die Produktion des eSprinter in Düsseldorf, wobei konventionell angetriebene als auch vollelektrische Fahrzeuge auf einer Produktionslinie hergestellt werden.

Um die stetig steigende Nachfrage in Nordamerika zu bedienen, wurde im September 2018 die Produktion der dritten Sprinter-Generation in einer extra dafür gebauten neuen Produktionshalle in Charleston, SC, USA, aufgenommen. Das Werk in Charleston, in dem seit 2015 auf einer anderen Produktionslinie der Metris (Vito) montiert wird, wurde damit stark ausgebaut und beschäftigt heute rund 1.700 Mitarbeiter. Seit September 2019 wird der neueste Sprinter auch in Lateinamerika gebaut: das Werk in Gonzalez Catan bei Buenos Aires in Argentinien komplettiert als viertes Werk den weltweiten Produktionsverbund der Large Vans von Mercedes-Benz. Ettischer:

„Die Vans von Mercedes-Benz und allen voran unser Sprinter prägen in diesen herausfordernden Zeiten das Straßenbild ganz besonders – nicht nur durch die zahlreichen Lieferdienste oder als Transporter im Gesundheitswesen. Ich freue mich daher sehr, dass seit Ende April die Bänder bei Mercedes-Benz Vans wieder laufen und wir – natürlich unter Einhaltung angemessener Schutzmaßnahmen – die Nachfrage nach unseren Fahrzeugen wieder bedienen können.“

Zum Produktionsverbund von Mercedes-Benz Vans gehört auch das Werk in Vitoria, Spanien. Hier werden die Modelle V-Klasse, Vito sowie eVito produziert. Noch in diesem Jahr sollen hier auch die vollelektrische Großraumlimousine EQV und der eVito Tourer vom Band laufen. Für den chinesischen Markt werden die V-Klasse und der Vito lokal in China bei Fujian Benz Automotive Corporation, einem Joint Venture von Mercedes-Benz Vans, BAIC Motor und Fujian Motor Group, gebaut. Im Kooperationsverbund mit Renault-Nissan-Mitsubishi wird der Citan in Maubeuge, Frankreich gebaut.