MAN: Ein City-Stromer weist den Weg

Er ist leise, er beschleunigt wie ein Sportwagen und lässt sich so leicht entern wie ein Niederflur-Bus. Die Studie CitE zeigt, wie ein Liefer-Lkw in naher Zukunft aussehen könnte.

So muss er sein, ein Lkw für den Verteilerverkehr der Zukunft. Bild: IAA aktuell
So muss er sein, ein Lkw für den Verteilerverkehr der Zukunft. Bild: IAA aktuell
Redaktion (allg.)
MAN

Stefan Ludwig fährt „sein Baby“ lieber selbst. Der MAN-Produkt-Manager hat den CitE maßgeblich mitentwickelt und ist verständlicherweise ziemlich stolz auf seinen 15-Tonner-Stromer. Der Ein- und Ausstieg ist zwar von beiden Seiten her möglich, über die Beifahrer-Seite fällt er aber wirklich leicht: Die Schwing-Schiebetür öffnet Bus-like mit einem leisen Surren und beansprucht nur minimalen Verkehrsraum.

Vom Beifahrerplatz, der ab hier den Einstieg normalerweise empfindlich verengt, merkt man hier nichts: Die Sitzfläche klappt automatisch weg, die Lehne stört dann nicht weiter. Das Innere wirkt futuristisch: Digitale Armaturen leuchten dezent in blau, über der Mittelkonsole ein Slot fürs Tablet – endlich ist das Ding mal aufgeräumt und per USB-Kabel auch ladbar. Das ganze Armaturenbrett ist praktisch eine mit Leuchtdioden dezent illuminierte Ablage, zwischen den Sitzen mit Platz für eine Kühlbox.

Die Beschleunigung des City-Lkw ist in der Tat beeindruckend. Aber auch wie exakt er aufs Fahrpedal reagiert: so lässt sich wirklich zentimetergenau rangieren. Im Gegensatz zu dem zweiten Prototyp, der auf dem Messestand in der Halle steht, hat dieses Testfahrzeug anstatt der Mirror-Cams noch richtige Außenspiegel. Sie sitzen tief, tiefer als die Augenhöhe der außenstehenden Passanten. Der Blick nach rechts in den toten Winkel fällt durch die großen Fensterflächen der Schwingtür – da bleibt beim Abbiegen kein Radfahrer ungesehen.

Wie bei den meisten E-Fahrzeugen ist die Geräuschkulisse am Fahrerplatz ausgesprochen leise. Weil kein Dieselmotor mehr brummt und vibriert, dringen zuvor nie wahrgenommene Geräusche dafür umso prominenter ins Bewusstsein: Man hört plötzlich die Abrollgeräusche der Reifen, nur ganz dezent das Summen des Motors. Kein Zweifel: nach diesem Arbeitsgerät würde sich jeder City-Trucker die Finger lecken. Leichter Ein- und Ausstieg, Topp-Rundumsicht und Manövrier-Sicherheit durch Birdview-Kameratechnik, ein Fahrerplatz, wie man ihn sich wünscht: Hoffentlich bald kaufbar.

IAA 2018, Freigelände südlich CC

Artikel MAN: Ein City-Stromer weist den Weg
Seite 5 | Rubrik Rundgang