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MAN: Fahrerlos und sicher

Der Münchner Nutzfahrzeughersteller hat zusammen mit sieben Partnern aus Industrie, Forschung und Verwaltung die Möglichkeit autonomen Fahrens bei Autobahn-Baustellenfahrzeugen untersucht.

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Redaktion (allg.)
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Nach Mitteilung von MAN passieren rund 44 Prozent aller Unfälle auf deutschen Autobahnen mit Lkw-Beteiligung auf der rechten Spur oder auf dem Standstreifen. Auffahrunfälle auf die Absicherungsfahrzeuge für Wanderbaustellen des Straßenbetriebsdienstes gehören regelmäßig dazu. Obwohl die auffällig kommunalorangen Fahrzeuge einen Anhänger mit einer vier Meter hohen, beleuchteten Warnbeziehungsweise Absperrtafel hinter sich herziehen, werden sie übersehen oder zu spät erkannt. MAN Truck & Bus und sieben weitere Partner aus Industrie, Forschung und Verwaltung entwickelten deshalb innerhalb des Forschungsprojekts aFAS einen innovativen mobilen Lösungsansatz für dieses Sicherheitsrisiko. Der Name „aFAS“ steht für "automatisch fahrerlos fahrendes Absicherungsfahrzeug für Arbeitsstellen auf Bundesautobahnen" und beschreibt den Prototyp eines Absicherungsfahrzeugs, das, wie der Name schon verrät, vollautomatisiert und fahrerlos den mobilen Baustellen auf dem Seitenstreifen folgen kann und das Baustellenpersonal sowie weitere Baustellenfahrzeuge gegen den fließenden Verkehr absichert. Das Forschungsprojekt begann bereits 2014 und wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit insgesamt rund 3,4 Millionen Euro gefördert. Es untersuchte erstmals vollumfänglich die technische Machbarkeit, betrachtete aber ebenso, inwieweit aktuelle Normen und Gesetzesgrundlagen abgeändert werden müssten und wie sich ein Realbetrieb auf öffentlichen Straßen auswirkt.

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MAN entwickelte in Zusammenarbeit mit weiteren technischen Projektpartnern das automatisiert fahrende Absicherungsfahrzeug und war dabei für die Themen Fahrfunktion, Funkkommunikation, HMI (Human Machine Interface) und Gesamtfahrzeug verantwortlich. Als Versuchsträger kam ein MAN TGM 18.340 zum Einsatz, der mit Kameras und Radaren zur Umfeldwahrnehmung sowie diversen Assistenzsystemen ausgestattet wurde. Auch Lenk- und Bremssystem, Sensorik und die steuernde Software mussten strengste Kriterien erfüllen. Realisiert wurde das Prototypenfahrzeug weitgehend mit Serienkomponenten, sowohl für die reguläre Steuerung, als auch bei der Umsetzung funktionaler Sicherheitsaspekte. Eine zusätzliche, speziell entwickelte Umgebungssensorik mit hohem Sicherheitslevel und einer integrierten, zuverlässigen Objekt- und Fahrstreifenerkennung ermöglichte es überdies, Daten zu Streckencharakteristik und Verkehrssituation zu analysieren. Die Datenkommunikation zwischen Arbeitsfahrzeug vorne und Absicherungsfahrzeug hinten erfolgte über W-LAN und Displays in beiden Fahrzeugen, die den Betriebszustand des fahrerlosen Prototyps anzeigten. Nachdem der Fahrer alle Systeme aktiviert und das Fahrerhaus des TGM verlassen hat, lenkt, beschleunigt und bremst dieser eigenständig und folgt dem vorausfahrenden Fahrzeug in einem definierten Abstand. Bei Störungen bleibt er automatisch stehen. Für das Passieren von kritischen Stellen, wie Ein- oder Ausfahrten, kann der Prototyp bis auf wenige Meter an das vordere Fahrzeug herangeholt und digital angekoppelt werden. Nachdem das System zuerst auf MAN-Teststrecken und im zweiten Halbjahr 2017 auf abgesperrten Baustellenabschnitten in Hessen getestet wurde, ging das Fahrzeug zurück zu den Entwicklern nach München. Anhand der gewonnenen Erfahrungen konnte der MAN TGM-Prototyp weiter optimiert werden und war dann seit Anfang April 2018 im realen Pilotbetrieb auf hessischen Autobahnen unterwegs. Im Juni wurde das aFAS-Projekt erfolgreich abgeschlossen.


IAA aktuell; Halle 12, Stand B14


FOTO: MAN TRUCK & BUS

Artikel MAN: Fahrerlos und sicher
Seite 15 | Rubrik FOKUS: Spezialfahrzeuge
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