„Fahrassistenzsysteme werden immer mehr nachgefragt“: Interview mit Philippe Narbeburu, Groupe PSA

Philippe Narbeburu, Direktor leichte Nutzfahrzeuge Groupe PSA, über Markendifferenzierungen und die dem Kundenwunsch nach sicheren und umweltgerechten Fahrzeugen.

Philippe Narbeburu, Direktor leichte Nutzfahrzeuge, Groupe PSA Bild: PSA
Philippe Narbeburu, Direktor leichte Nutzfahrzeuge, Groupe PSA Bild: PSA
Redaktion (allg.)
INTERVIEW

Highlight bei der PSA Groupe dürfte der neue Kleintransporter sein, den es gleich unter vier Marken gibt. Wie differenzieren Sie Peugeot, Citroen, Opel und Vauxhall gegenüber den Kunden?

Philippe Narbeburu: Die erste Differenzierung ist die Bindung zwischen unseren Kunden und ihrer bevorzugten Marke: Die zwischenmenschliche Beziehung zwischen unseren Verkaufs- und Aftersales-Teams und unseren Kunden und das Markenerlebnis waren schon immer der Schlüssel zum Erfolg. Zusätzlich gibt es bei jeder Marke Spezifika, die sie von den anderen Konzernmarken unterscheiden, sodass jeder Van eine zusätzliche Markenidentifikation erhalten hat, wie zum Beispiel das i-cockpit beim Peugeot Partner, das Citroën typische Fahrverhalten beim Berlingo, besondere Features wie beispielsweise das beheizbare Lenkrad beim Opel Combo und Vauxhall Combo.

Was alle vereint ist eine hervorragende Kapazität und Modularität – und das ist bei einem Nutzfahrzeug entscheidend.

Peugeot und Citroen waren schon bisher Marktführer im Segment in der EU27. Welche Ziele haben Sie zusammen mit Opel?

Peugeot Partner und Citroen Berlingo belegten 2017 im C-Van-Segment einen gemeinsamen ersten Platz: Das Gesamtvolumen erreichte mit fast 307.000 Fahrzeugen einen historischen Rekord. Mit dem Nachfolger, den es jetzt von gleich vier Marken gibt, machen wir einen nächsten großen Schritt und wollen unsere Position ausbauen. Darüber hinaus werden wir die Fahrzeuge in mehr als 100 Ländern weltweit anbieten.

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Die Fahrerassistenz liegt bei dem neuen Modell auf hohem Niveau. Glauben Sie, dass Systeme wie Abstandstempomat und Lenkassistent auch von gewerblichen Kunden gewählt werden?

Es gibt die ausdrückliche und berechtigte Nachfrage unserer B2B-Kunden, das gleiche Angebot an modernen Fahrassistenzsystemen zu erhalten, wie dies im Pkw-Bereich üblich ist – dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass sie gewöhnlich mehr Zeit am Steuer verbringen. Insofern werden Komfort und Fahrassistenzsysteme neben zunehmender Sicherheit immer mehr nachgefragt. Jede Funktion, welche die Nutzung unserer Fahrzeuge erleichtert und weniger psychischen Stress verursacht, ist ein enormer Vorteil. Wir sind sicher, dass wir durch ein umfassendes Angebot an Fahrassistenzsystemen einen größeren Kundenkreis erreichen.

Der neue Van wird gerne in der Stadt eingesetzt. Wie stellen Sie sicher, dass er das auch künftig darf – Stichwort „Einfahrregulierungen“?

Selbstverständlich beobachten wir die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit. Das Ziel der Groupe PSA ist es, die Mobilität unserer Kunden jederzeit sicherzustellen, damit diese unabhängig von jedweder Entwicklung und jeglichen Beschränkungen ihre Tätigkeit ausüben können. Zu diesem Zwecke kommt in den BlueHDi-Motoren der Groupe PSA die SCR-Technologie zum Einsatz – das von Fachleuten als effizientestes NOx-Behandlungssystem anerkannt wird. Und unsere jüngsten BlueHDI-Antriebe wie auch unsere hocheffizienten Benzinmotoren erfüllen bereits jetzt – zwei Jahre im Voraus – die Euro 6d-Temp Norm. So wurde unser Dreizylinder-Pure-Tech-Turbomotor in 2018 in seiner Kategorie bereits zum vierten Mal in Folge zum Motor des Jahres gekürt. Die Antriebe der Groupe PSA sind effizient und fortschrittlich. In einer einzigartigen Transparenzoffensive stellt die Groupe PSA dies unter Beweis indem sie die CO2-Emissionen und seit März dieses Jahres ebenfalls den NOx-Ausstoß erster Fahrzeuge veröffentlicht.

Darüber hinaus wird die Groupe PSA bis 2025 alle Fahrzeuge aller Marken in einer elektrifizierten Variante anbieten. Und ganz klar: Wir möchten dieses Ziel noch schneller erreichen und in noch kürzerer Zeit unseren Nutzfahrzeug-Kunden elektrifizierte Fahrzeuge anbieten.

Wie sehen die weiteren Pläne für alternative Antriebe aus? Gibt es einen Nachfolger des Partner/Berlingo Electric?

Wie gesagt, die Weiterentwicklung des BEV-Antriebsstrangs wird rasch vorangetrieben. Aber ob Diesel, Benziner oder elektrifizierter Antrieb: Wir wollen unserem Kunden die beste Technik für den jeweiligen Bedarf bieten und er hat die Wahl. Wir werden natürlich eine E-Version für unseren neuen Van einführen. Die aktuellen Elektrovarianten von Berlingo und Partner werden nicht weiter vermarktet.

Die Technik des neuen Transporters liegt auf hohem Niveau. Bringt das auch in Sachen TCO Fortschritte?

Unser Erfolg im Nutzfahrzeug-Geschäft hat viele Gründe. Einer davon sind unsere sehr günstigen Betriebskosten. Diese Kompetenz haben wir auch bei der Entwicklung unserer neuen Vans eingebracht. Wir sprechen in diesem Kontext nicht nur über Instandhaltungskosten, Reifen, Verbrauch usw., sondern berücksichtigen dabei auch spezifische Nutzererwartungen was die Konfiguration betrifft: Wir bieten weiterhin Einstiegs- und Mehrzweckniveaus an, darüber hinaus findet der B2B-Kunde bei uns auch spezifische Konfigurationen für Kunden aus Baugewerbe und Schwerverkehr, was sich auf den Fahrzeugpreis und somit die Nutzerkosten positiv auswirkt.

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Seite 13 | Rubrik FOKUS: Fahrerassistenzsysteme#