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„Eine spannende Herausforderung“: Interview mit Heinz-Jürgen Löw, Volkswagen Nutzfahrzeuge

Heinz-Jürgen Löw, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen Nutzfahrzeuge, über E-Mobilität und weitere zukunftsweisende Lösungen für den Stadtverkehr.

„Es reicht nicht mehr, dem Kunden heutzutage nur ein Fahrzeug anzubieten.“, Heinz-Jürgen Löw, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen Nutzfahrzeuge |FOTO: VOLKSWAGEN AG
„Es reicht nicht mehr, dem Kunden heutzutage nur ein Fahrzeug anzubieten.“, Heinz-Jürgen Löw, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen Nutzfahrzeuge |FOTO: VOLKSWAGEN AG
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Redaktion (allg.)
Interview

Herr Löw, auch bei VW Nutzfahrzeuge stehen die Zeichen auf Elektrifizierung. Kann sich das für den Kunden schon heute rechnen?

Heinz-Jürgen Löw: Die E-Mobilität ist eine spannende Herausforderung für Volkswagen Nutzfahrzeuge. Sie bieten der Marke die Chance, ihre Erfahrungen und Tradition mit den Herausforderungen der Zukunft zu vereinen und daraus effiziente und erfolgsversprechende Lösungen für die Kunden zu generieren.

Die Implementierung greift, denn derzeit sind bereits die ersten e-Crafter bei Kunden in ganz Europa im Test – und ab der IAA Nutzfahrzeuge auch bestellbar. Das ist erst der Anfang: Fortan wird Volkswagen Nutzfahrzeuge das Modellspektrum immer stärker um teil- und vollelektrisierte Fahrzeuge ergänzen. Im Moment ist die Nachfrage nach E-Mobilität zwar noch verhalten, aber wir bemerken einen Zuwachs und sind überzeugt, dass vor allem mit zunehmender Verbesserung der nötigen Ladeinfrastruktur und sinkenden Batteriekosten sich dieser Trend noch weiter verstärken wird. Wir arbeiten zudem intensiv mit unseren interessierten Kunden daran, sie bei der Berechnung ihrer individuellen Amortisationskurven zu unterstützen.

Bei allem Elektro-Hype, aber für schwere Anwendungen oder Langstrecken wird der Diesel einstweilen unersetzlich bleiben. Welches Potenzial steckt noch im Selbstzünder, Stichwort Mildhybrid?

Der moderne Diesel wird auch in den nächsten Jahren eine bedeutende Rolle im Antriebsmix spielen. Bei Überlandfahrten, auf Baustellen und im Heavy-Duty-Bereich. Unsere heute verkauften Euro-6-Diesel gehören im Fahrbetrieb zu den saubersten am Markt. Der Diesel trägt auch maßgeblich dazu bei, die ab 2020 geltenden, strengeren CO2-Grenzwerte von 95 g/km zu erreichen. Der Volkswagen Konzern wird auch in den kommenden Jahren weiter in die kontinuierliche Verbesserung der konventionellen Antriebe investieren.

Welche Alternativen bei den Antrieben hat VW Nutzfahrzeuge noch im Blick? Vor allem der Caddy TGI ist ja eine bereits heute verfügbare ‚grüne‘ Lösung.

Wir sind sicher, dass wir unseren Kunden mit dem Caddy TGI mit CNGAntrieb aktuell ein überzeugendes Angebot bieten. Die CNG-Motoren sind verbrauchsoptimierte 1,4 l-TGIMotoren (Euro-6) und damit kostengünstig. Sie verfügen über eine große Reichweite im reinen Gasbetrieb von über 600 km (kurzer Radstand) und rund 740 km (Maxi). Der Caddy ist damit unter allen CNG-getriebenen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen der Reichweiten-König. Zudem ist der Caddy TGI aktuell der mit Abstand meistverkaufte CNG-getriebene Stadtlieferwagen in Europa.

Man hört immer wieder, Hersteller müssten heute mehr bieten als nur ein gutes Fahrzeug. Wie stehen Sie zu dieser Aussage und was hat VWN hier zur Messe im Portfolio?

Völlig richtig, es reicht nicht mehr dem Kunden heutzutage nur ein Fahrzeug anzubieten. Jeder Kunde ist anders, seine wirtschaftlichen Voraussetzungen ebenso wie seine spezielle Dienstleistung. Es braucht also ebenso individuelle Transportlösungen. Und damit meine ich nicht nur Fahrzeug und Antriebe, sondern auch individuelle Um- und Ausbauten sowie Finanzierungsmodelle und Serviceverträge. Zudem spielen Digitalisierung, Connectivity und mobile Onlinedienste eine immer wichtigere Rolle.

Stichwort Urbanisierung: Einer der Mega-Trends neben dem Boom im Online-Handel wird von Ihnen in einer umfangreichen Studie beleuchtet. Was motivierte Sie als Hersteller mit ‚What Cities want‘ in die Feldforschung zu gehen?

Im Zuge von Urbanisierung, Digitalisierung und Vernetzung, aber auch durch strenge Regelungen zu Lärmund Emissionsschutz steht die Organisation des städtischen Verkehrs vor enormen Herausforderungen. Es liegen allerdings kaum Erkenntnisse dazu vor, wie sich dieser Verkehr zusammensetzt und welche Wirkungszusammenhänge bestehen. Das ist aber die Voraussetzung für nachhaltige Logistikkonzepte. Deshalb wollen wir einen aktiven Beitrag zu der Erforschung, Entwicklung und Umsetzung von zukunftsfähigen Transportlösungen leisten.

In der Studie wird bemängelt, dass es an ganzheitlichen Konzepten in der Verkehrspolitik fehle. Welchen Einfluss kann ein Hersteller hier auf die Politik nehmen?

Die Studie beantwortet die Frage, wie nachhaltige, lebenswerte Stadtentwicklungskonzepte und zunehmend individuellere Kundenbedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen sind: durch skalierbare, intelligente und wirtschaftliche Logistiklösungen mit künftigen emissionsneutralen Logistik- und Dienstleistungsverkehren und sinnvollen Übergangsszenarien. Die Studie kann Politikern, Städten und Kommunen als Entscheidungshilfe für zukünftige Mobilitäts- und Logistikstrategien dienen.

Welche Schlüsse ziehen Sie auch produktseitig aus den Erkenntnissen und Befragungen von Bürgern sowie Experten?

Gerade leichte Nutzfahrzeuge sind auch zukünftig essentiell für den Güter- und Personentransport in den Städten. Sie werden dann nicht nur durch Logistiker, Handwerker und Servicedienstleister eingesetzt, sondern unsere Städte durch autonomes Fahren und den Ausbau von Mobility-as-a- Service-Angeboten prägen – vielleicht sogar im kombinierten Personen- und Gütertransport.

Zum Personenverkehr: VW Nutzfahrzeuge und die VW-Tochter MOIA sind seit kurzem just in Hannover im Echtbetrieb mit einem Ridesharing-Modell. Wie lässt es sich an und was erwarten Sie von dieser neuen Form der Mobilität?

Richtig, in Hannover hat der Flottentest schon 2017 angefangen. Hier unterstützen wir erfolgreich die Kollegen von MOIA beim Test ihrer eingesetzten Software mit unseren T6 Multivan Highline. Die hohe Aufmerksamkeit bestätigt uns darin, dass es einen wachsenden Markt für alternative Mobilitätskonzepte wie MOIA gibt. Seit dem 1. August ist der Testbetrieb in den Normalbetrieb überführt.

Warum lohnt es sich noch, unbedingt bei VW Nutzfahrzeuge am Stand vorbeizuschauen?

Volkswagen Nutzfahrzeuge elektrisiert die IAA, das heißt wir zeigen den Zero-Emission-Transporter e-Crafter als Serienversion. Er ist das richtige Auto zur richtigen Zeit: elektrisch und emissionsfrei betrieben, ausgelegt auf Zuladungen von bis zu 1,72 Tonnen. Der 100 kW (136 PS) starke e-Crafter wird ab September das Programm der jungen Crafter-Flotte erweitern. Zudem zeigen wir eine Studie des e-Crafter mit Brennstoffzelle (HyMotion) sowie unser erstes e-Lastenrad, das unsere elektrische Angebotspalette nach unten abrundet. Außerdem sind auch elektrische Lösungen für unsere aktuellen T- und Caddy-Baureihen zu sehen, die in Zusammenarbeit mit der Firma ABT realisiert wurden und ebenfalls zeitnah unseren Kunden zur Verfügung stehen. Darüber hinaus stellen wir über 50 Fahrzeuge aus, die durch unsere Abteilung für Customized Solutions mit Auf-, Um- und Ausbauten individuell für jede Zielgruppe und ihre Anwendungen ausgestattet wurden. Für interessierte Flottenkunden bieten wir auf der IAA individuelle Finanzierungs- und Leasingangebote, die vor Ort mit unseren Spezialisten gemeinsam erstellt bzw. angepasst werden können. Zudem bieten wir auf der ‚Connected Van Fläche‘ Informationen und Austausch mit Experten zur neusten Version unseres online Flottenmanagement-Tools. Kommen Sie gerne vorbei und überzeugen Sie sich selbst, unser Stand befindet sich wie immer in Halle 12, Stand B4.
IAA aktuell

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