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Den Kunden erfolgreicher machen: Interview mit Martin Daum, Vorstandsmitglied der Daimler AG

Martin Daum, als Vorstandsmitglied der Daimler AG verantwortlich für den Bereich Daimler Trucks & Buses, sicher, dass man neue Technologien nicht nur versprechen darf, sondern auch liefern muss.

Martin Daum, Vorstandsmitglied der Daimler AG Bild: Daimler AG
Martin Daum, Vorstandsmitglied der Daimler AG Bild: Daimler AG
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Redaktion (allg.)
Interview

Herr Daum, der autonome beziehungsweise automatisierte Lkw ist keine reine Vision mehr, sondern könnte in absehbarer Zukunft auch auf den öffentlichen Straßen konkret werden. Was tut sich in dieser Richtung aktuell bei Daimler Truck & Buses?

Martin Daum: Hier waren wir der Vorreiter und hier bleiben wir der Vorreiter. Vor vier Jahren haben wir erstmals unsere Vision eines automatisiert fahrenden Lkw vorgestellt – mit unserem Mercedes-Benz Future Truck. Danach folgte eine intensive Zeit der Arbeit und der Erprobung. Jetzt, bei der diesjährigen IAA, ist es soweit: Wir können unseren neuen Mercedes-Benz Actrospräsentieren, der mit unserem Active Drive Assist ausgestattet ist und teil-automatisiertes Fahren ermöglicht. Damit bringen wir unsere Vision auf die Straße. Der Active Drive Assist kann nicht nur wie bisher beschleunigen und bremsen, sondern auch die Spur halten und Kurven fahren – und zwar bei niedrigen und bei hohen Geschwindigkeiten. Das System macht den Fernverkehr für den Fahrer also deutlich komfortabler und für alle Verkehrsteilnehmer deutlich sicherer. Wir sind überzeugt: Unser neuer Mercedes-Benz Actros ist der modernste Lkw der Welt.

Sie haben vor einigen Wochen bei einem Vortrag dafür plädiert, dass es entscheidend ist, innovative Technologien ganz konkret auf die Straße zu bringen. Und: Das Ganze sollte auch für Ihre Kunden und für Ihr Unternehmen selbst profitabel sein. Wohin geht vor diesem Hintergrund konkret die Reise bei Daimler Trucks & Buses im Bereich der Elektromobilität?

Bei Daimler Trucks & Buses haben wir weltweit bereits sechs vollelektrische Fahrzeuge im Portfolio, die entweder schon auf der Straße sind, oder sehr bald auf der Straße sein werden – beispielsweise hier in Europa unseren schweren Lkw Mercedes-Benz eActros, unseren leichten Lkw FUSO eCanter und unseren Stadtbus Mercedes-Benz eCitaro. Damit zeigen wir einmal mehr, dass wir neue, zukunftsweisende Produkte nicht nur versprechen, sondern auch liefern. Und darauf kommt es an. Unser eCitaro geht sogar schon in Serienproduktion. Allerdings geben wir uns damit nicht zufrieden. Wir werden unser Angebot kontinuierlich erweitern – und wir werden dies weiterhin in engem Schulterschluss mit unseren Kunden tun. Denn wir wollen ganz genau verstehen, worauf es für unsere Kunden ankommt, damit sie elektrische Nutzfahrzeuge erfolgreich einsetzen können. Und das ist unser Ziel, bei allem was wir tun: Wir wollen unsere Kunden erfolgreicher machen. Nur dann können wir auch selbst erfolgreich sein und das ist ganz klar unser Anspruch: Als weltweit führender Hersteller von konventionellen Lkw und Bussen wollen wir auch der weltweit führende Hersteller von elektrischen Lkw und Bussen zu sein.

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Sehen Sie mittel- beziehungsweise langfristig das vollelektrifizierte Nutzfahrzeug in den Bereichen Stadtbus sowie Verteilerverkehr als einzige Alternative zum Diesel?

Wenn wir über Alternativen zum Diesel reden, dürfen wir eines nicht vergessen: Der Diesel wird bei Nutzfahrzeugen auf absehbare Zeit weiterhin eine wichtige Rolle spielen, auch im Bereich Stadtbus und Verteilerverkehr. Was alternative Antriebsarten angeht, so ist ein Schwerpunkt für uns in der Tat der vollelektrische Antrieb. Das heißt aber nicht, dass wir uns darauf beschränken. Wir loten parallel alle weiteren technischen Optionen aus, bis hin zur Brennstoffzelle – und unseren Stadtbus Mercedes-Benz Citaro bieten wir längst auch mit Erdgas-Antrieb an.

Ist der Lkw-Fernverkehr ohne Diesel in absehbarer Zeit nach dem Stand der heutigen Technik überhaupt realistisch?

Einen 40-Tonner über mehrere hunderte Kilometer zuverlässig batteriegetrieben zu bewegen, bei jedem Wetter und jeder Verkehrslage – das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabenstellung und deshalb wird der Diesel gerade hier noch lange gebraucht werden. Wir werden deshalb weiterhin in den Diesel-Antrieb investieren und wir werden ihn hinsichtlich Verbrauch und Emissionen noch weiter optimieren. Gleichzeitig sind wir auch im Fernverkehr an allen alternativen Antriebsarten dran, von Batterie bis Brennstoffzelle, und so werden wir unseren neuen Mercedes-Benz Actros beispielsweise zusätzlich als Erdgas-Variante anbieten. Wann sich welche Diesel-Alternativen in welchem Maße durchsetzen, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Dafür sind die technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen zu komplex.

Der vernetzte und intelligente Lkw ist ein großes Thema. Was ist davon auf der IAA von Daimler Trucks & Buses bereits zu sehen?

Klare Antwort: jede Menge. Ein Highlight auf der IAA ist beispielsweise unser neuer Mercedes-Benz Actros, in dem wir mehr als 60 neue Funktionen und Technologien verbaut haben – und bei denen es ganz überwiegend um intelligente, vernetzte Assistenzsysteme geht. Mit unserem Active Drive Assist ermöglichen wir teil-automatisiertes Fahren. Mit unserem Active Brake Assist 5 können unsere Lkw jetzt auch auf Fußgänger mit einer Vollbremsung reagieren. Und unsere Mirror Cam, die herkömmliche Außenspiegel ersetzt, reduziert den Kraftstoff-Verbrauch und erhöht die Sicherheit durch eine bessere Rundumsicht.

Für den Bereich der Busse haben Sie für die IAA den Service „OMNIplus Uptime“ angekündigt. Worum geht es dabei?

Es geht darum, unseren Kunden einen echten Mehrwert zu bieten, indem sie unsere Busse noch besser einsetzen können. OMNIplus Uptime liefert ihnen Echtzeit-Informationen über den Zustand ihrer Mercedes-Benz- und Setra-Fahrzeuge. Wenn Reparatur- oder Wartungsbedarf entsteht, werden sie unverzüglich benachrichtigt. Notwendige Reparaturen können mit einer anstehenden Wartung gebündelt und termingenau von OMNIplus Service vorbereitet werden. Und falls eine Panne droht, erhalten unsere Kunden klare Handlungsempfehlungen. Diese Services ermöglichen es unseren Kunden, die Einsatzzeiten ihrer Fahrzeuge deutlich zu erhöhen – und die Gesamtkosten ihrer Flotte deutlich zu senken. Bei der Entwicklung von OMNIplus Uptime haben die Buskollegen eng mit ihren Kollegen von Lkw-Bereich zusammengearbeitet. Dort ist Mercedes-Benz Uptime schon eine ganze Weile sehr erfolgreich im Einsatz. Ich bin sicher, dass auch unsere Buskunden diesen Service sehr hilfreich finden werden.

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Seite 8 | Rubrik Aktuelles
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